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Dieses Urvertrauen wurde in der Schule erschüttert – im katholischen Religionsunterricht. Auf einmal sollte ich beichten und Buße tun.
Komisch, bis dahin hatte „mein lieber Gott“ mir alles verziehen. Er war nie böse. Aber natürlich wollte ich die Kommunion mitmachen und
habe alles sehr ernst genommen.
Es wurde jedoch immer schwieriger. Da wurde auf einmal aus meinem bedingungslos liebenden Gott – ein strafender – es gab auf einmal Todsünden, ein Fegefeuer
und eine Hölle. Wie schrecklich!
Was stimmte denn nun? Ich wurde immer unsicherer und fühlte mich immer schlechter.
In meiner Umwelt konnte ich ja die brave Tochter spielen, um Lob, Anerkennung und Liebe zu bekommen,
aber was war mit Gott? Er sah doch alles, wusste doch, wie ich fühlte, wie ich dachte.
Ich verschloss mich immer mehr und fühlte mich sehr unsicher. Meine Zwiegespräche wurden
immer weniger und mein Vertrauen auch. Nur in Notsituationen kam noch das Stoßgebet „lieber Gott, hilf“. Aber
ich spürte die Liebe nicht mehr, nicht mehr das Geborgensein. "Mein lieber Gott“ war so wie meine Umwelt geworden,
und der Satz „ Wenn Du geliebt werden willst, musst du so sein, wie es dir vorgeschrieben wird,“ wurde zum Glaubenssatz.
Einige Jahre nach meiner Hochzeit trat ich aus der Kirche aus.
So verlief mein Leben mit vielen Höhen und Tiefen und manchmal auch mit solchen Tiefen, in denen ich keinen Ausweg mehr sah.
In solchen Situationen nahm ich doch wieder Kontakt zu IHM auf und bat um Unterstützung.
In diesen Momenten war dann auch wieder eine vage Erinnerung an mein kindliches Vertrauen. Das letzte Tief war so erdrückend,
dass ich mich an die Wand gedrückt fühlte, ohne einen Ausweg zu sehen. Ich war schier handlungsunfähig. In diesem Moment habe ich
wieder mit offenem Herzen Kontakt aufgenommen. Ich bin weinend durch den Wald gelaufen und habe mehr oder weniger geschrien:
Mach was Du willst, hol mich oder zeige mir einen Weg aus der Situation, so kann und will ich nicht mehr leben.
Die Tränen versiegten, und es kehrte eine Ruhe ein, eine große Gelassenheit.
Von dem Moment war mein Vertrauen wieder da und es hat mich bis heute nicht mehr verlassen.
Es kam eine große Kehrtwende in meinem Leben, die mich da hinführte, wo ich heute stehe.
Es war ein schwerer Weg, alle inneren "Lügen" zu erkennen, aber mit professioneller Hilfe (Therapeut, Arzt, Heiler und spirituellen Lehrern), habe
ich es geschafft, die Mauern einzureißen, die ich in meinem Leben um mich herum gebaut hatte. So habe ich wieder den offenen Zugang "nach oben" und zu MIR bekommen.
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